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Bürgerverein fordert "Natur Pur" im Rheinbogen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: fs   
Samstag, 20. März 2010 um 12:41 Uhr
Zum Stammtisch des Bürgerverein Monheim am 16. März  hatten sich wieder zahlreiche Mitglieder, interessierte Monheimer Bürger und Lokalpolitiker eingefunden. Als Gastreferent stellte Ulrich Anhut das Naturschutzkonzept der FDP von Januar 2010 sehr anschaulich dar. Demnach soll das zwischen altem Rheindamm und Flussmitte bestehende Naturschutzgebiet (NSG) „Rheinufer Monheim“, das sich vom Ruderverein nach Süden bis zur Mitte des Rheinbogens erstreckt, verlängert werden bis vor Gut Blee. Zudem soll beim Campingplatz in Baumberg ein ökologisch wertvoller Abschnitt ebenfalls als NSG ausgewiesen werden. Die Bedeutung dieser Maßnahmen wurde von Herrn Anhut mit der Wichtigkeit des Naturschutzes für den Erhalt von seltenen Tieren wie z.B. Wiesenpiper, Ziegenmelker, Steinkauz, Baumfalke und Pirol, aber auch mit der Verbesserung der wirtschaftlich durchschlagenden Standortfaktoren begründet. Letzteres belegte Anhut anschaulich mit Befragungsergebnissen des Verein Deutscher Ingenieure. Anhand eindrucksvoller Fotos zeigte Anhut die zu schützende Fauna und Flora des Rheinbogens sowie der zu schützenden Fläche bei Baumberg.

Anschließend stellte Klaus Glasow, Vorsitzender des Bürgervereins, ein über den FDP-Vorschlag hinausgehendes Konzept vor. Danach soll das gesamte Überflutungsgebiet zwischen altem und neuem Rheindamm unter Naturschutz gestellt werden. Dort kann der durch die Dammverlegung bei Hochwasser um über 100.000 ha reduzierte Lebens- Schutz und Fluchtraum der Tiere mit weiteren Ausgleichs- und Entwicklungsmaßnahmen teilweise aufgefangen werden. Diese Maßnahmen sind mit den Fachbehörden abzustimmen. Zusätzlich sollte auch versucht werden, die Übergänge zu den landeinwärts gelegenen Biotopgebieten zu verbessern und nicht mit Baumaßnahmen weiter zu verschlechtern. In der Diskussion wurde deutlich, dass nicht nur das FDP-, sondern auch das erweiterte Konzept des Bürgervereins breite Zustimmung fand. Auch die anwesenden SPD-Politiker sprachen sich dafür aus. Dem Bürgermeister und dem Rat der Stadt Monheim wird in Kürze eine entsprechende Anregung des Bürgervereins zugesandt. Den Anwesenden ist bewusst, dass eine Genehmigung zur Ausweitung des Naturschutzraums 8- bis 10 Jahre in Anspruch nehmen kann und vom Kreis Mettmann getroffen wird. Alle anwesenden Ratsmitglieder sowie der Vertreter des Hegerings äußerten sich spontan positiv zu dem Vorschlag des Bürgervereins.

Die in Vorbereitung befindlichen Pläne der Stadt für die Fortentwicklung des Bereichs „Freizeit und Sportzentrum“, und hier besonders eine Inanspruchnahme von Flächen zwischen Bleer Straße und neuem Rheindamm südlich der Wege "Am Werth" und am "Vogelort", wird der Bürgerverein an seinem Konzept für den Rheinbogen messen und die angestrebte Änderung des Bebauungsplanes eng begleiten. Einig war man sich mit FDP und SPD, auf diesen Flächen keine, oder wenn unbedingt erforderlich, nur minimale Eingriffe zuzulassen.

Weitere Themen wurden andiskutiert, die demnächst im Stammtisch des Bürgervereins behandelt werden: Ergebnisse und Konsequenzen der Verkehrsmessungen auf der Niedertrasse, wo trotz Fahrverbot für Schwerlast-LKW’s pro Tag ca. 200 Bewegungen beobachtet werden, sowie der SPD-Vorschlag zur veränderten Bus-Linienführung in Monheim. Das nächste Stammtischgespräch findet am 20. April statt.